{"id":122,"date":"2018-03-21T12:16:38","date_gmt":"2018-03-21T12:16:38","guid":{"rendered":"http:\/\/die-dullkoeppe.de\/?page_id=122"},"modified":"2021-01-13T15:21:11","modified_gmt":"2021-01-13T15:21:11","slug":"stromberg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/die-dullkoeppe.de\/?page_id=122","title":{"rendered":"Stromberg"},"content":{"rendered":"<p>Stromberg ist Erholungsort, eingebettet in die Parklandschaft des M\u00fcnsterlandes, mit annerkantem Schonklima. Ideal f\u00fcr eine kleine Verschnaufpause am Wochenende, zum Ausruhn nach hektischem Arbeitsalltag. Die Natur wartet vor der Haust\u00fcr, am einfachsten l\u00e4\u00dft sie sich entdecken, folgt man gepflegten Rundwanderwegen durch das Ga\u00dfbachtal, in die Naturschutzgebiete &#8222;Wennhage&#8220;, den &#8222;Bergeler Wald&#8220; und den &#8222;Limberger Forst&#8220;. Das Land zeigt sich friedlich, vorbei geht&#8217;s an knorrigen Eichengruppen, zerzausten Kopfweiden, durch hohe Buchenw\u00e4lder und entlang vertr\u00e4umter Wallhecken. Im Fr\u00fchling sind es Tausende von Pflaumen- und Kirschenb\u00e4umen, die mit ihren zarten Bl\u00fcten die H\u00e4nge des H\u00f6henr\u00fcckens schm\u00fccken, und im Herbst sind es die goldgelben Bl\u00e4tter der Buchen, die ein farbenpr\u00e4chtiges Feuerwerk abbrennen. Auf den Kalkb\u00f6den gedeihen in versteckten Winkeln noch seltene Orchideenarten, und ausgerechnet am schattigen Nordhang lehrt ein echter Weinberg die Spazierg\u00e4nger das Staunen.<\/p>\n<p>Doch besser sollte man sich nach ausgedehnter Wanderung an den &#8222;westf\u00e4lischen Landwein&#8220; halten. So wird der Korn hierzulande genannt, der in dieser Ecke des M\u00fcnsterlandes noch nach altem Rezept mit Sorgfalt gebrannt wird.<br \/>\nStromberg hat Geschichte gemacht. Denn hier, von der m\u00e4chtigen H\u00f6henburg aus, regierten einst Ritter mit rauher Hand die Ebene. Als Landesburg der Bisch\u00f6fe von M\u00fcnster tritt das wehrhafte Geschlecht der Burggrafen erstmals 1177 in die Geschichte. Othalrich und seine Gemahlin Gisela erscheinen namentlich in einer Lehnsurkunde des Bischofs Hermann von M\u00fcnster. Und mit diesem Paar beginnt der l\u00fcckenlose Stammbaum der Burggrafen auf dem Stromberg. Die H\u00f6henburg wurde bis auf wenige Reste Ende des18. Jahrhunderts geschleift: Nur noch der m\u00e4chtige Paulusturm, das Mallinckrodthaus, \u00e4ltestes Burgmannshaus Westfalens, und die gotische Kreuzkirche k\u00fcnden als historische Zeugen von fiedlichen und friedlosen Tagen. Das Charakteristische an der hochgotischen Kreuzkirche ist das fehlen eines Turms. Im Inneren der dreischiffigen Hallenkirche findet der Besucher eine meisterliche &#8222;Madonna mit Christuskind und Lilie&#8220;, Sandsteinearbeit (14. Jahrh.), die der K\u00f6lner Schule zugeschrieben wird. Das feingegliederte Gotteshaus war als Hort des Heiligen Kreuzes von Beginn an Mittelpunkt der seit rund 800 Jahren nachweisbaren Stromberger Wallfahrt, einer der bedeutendsten in Westfalen. Das Heilige Kreuz, romanischen Ursprungs und von beinahe byzantinischer Strenge, z\u00e4hlt zu den \u00e4ltesten Christusdarstellungen in Westfalen. Der Korpus ist durch einen Silbermantel verkleidet. Dreimal &#8211; in den Jahren 1600,1845 und 1877 &#8211; wurde es gestohlen, besch\u00e4digt oder zerst\u00f6rt, konnte jedoch jedesmal wieder aufgefunden und erneut zusammengesetzt werden. Seit Jahrhunderten ist es Ziel frommer Pilger aus ganz Westfalen.<\/p>\n<p>Nach den Wallfahrern sind es &#8211; sp\u00e4ter im Sommer &#8211; theaterbegeisterte Besucher, die durch den m\u00e4chtigen Bogen des Paulusturmes zu den Freilichtauff\u00fchrungen der Burgb\u00fchne kommen. An Wochenenden h\u00e4lt auf den Stufen vor der historischen Kulisse der Kreuzkirche eine engagierte Laienspielschar junge und junggebliebene Zuschauer mit M\u00e4rchenhaftem und Klassischem in Atem. Man mu\u00df einmal an lauen Sommerabenden unter den duftenden Linden auf dem Burgplatz gesessen haben, um den Zauber dieser Stunden zu sp\u00fcren. Petrus spielt immer mit: Mal heiter, mal dramatisch, mal mit blitzblankem Himmelsgew\u00f6lbe, mal macht er nur grandioses Wolkentheater, hin und wieder l\u00e4\u00dft er&#8217;s blitzen und in Str\u00f6men gie\u00dfen. Zugegeben, nicht immer passen seine Regieanweisungen zum St\u00fcck. Den Strombergern liegt das Theatermachen im Blut. Mit &#8222;Jedermann&#8220;, dem eindrucksvollen Spiel vom Leben und Sterben des reichen Mannes, hatte alles schon 1925 angefangen. Heute darf sich die Burgb\u00fchne auf ein treues Stammpublikum verlassen, und mit einem neuen Spielerheim hat sie in der Zwischenzeit auch ein festes Dach \u00fcber dem Kopf.<\/p>\n<p>Stromberg hat immer Saison, es empfiehlt sich den G\u00e4sten, auch hier gibt&#8217;s ein treues Stammpublikum, zu jeder Jahreszeit.<\/p>\n<p>Und da man schon im M\u00fcnsterland zu Gast ist, sollte man sich auch auf den &#8222;Drahtesel&#8220; schwingen. \u00dcber &#8222;P\u00e4ttkes&#8220; erschlie\u00dft man sich die verborgenen Winkel dieser Landschaft, geht mit eigener Muskelkraft auf Entdeckungstour durch Wald und Feld, labt sich beim Picknick auf \u00fcppigen Wiesen oder unter schattigen Bl\u00e4tterd\u00e4chern. Wer nicht so gern auf dem Sattel sitzt, kann gleich umsteigen auf den Planwagen und sich gem\u00fctlich von &#8222;Zwei-PS-Hafermotor&#8220; durch die Gegend kutschieren lassen. Freunden des &#8222;wei\u00dfen Sports&#8220; stehen gepflegte Tennispl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung, und wem nach schnellem Spiel die &#8222;Sohlen dampfen&#8220;, kann seinen F\u00fc\u00dfen im nahen Wassertretbecken nach Kneippscher Art k\u00fchle Linderung verschaffen. Gleich nebenan lockt ein gro\u00dfz\u00fcgig angelegtes Schwimmbad zum k\u00fchnen Sprung ins feuchte Element. Damit Sie keine G\u00e4nsehaut bekommen, sei&#8217;s schon jetzt verraten: das Wasser ist immer gut temperiert. Zu genie\u00dfen ist der Freiluftbadespa\u00df von Anfang Mai bis Ende Oktober.<\/p>\n<p>Frische Luft macht hungrig. Und da bekanntlich im M\u00fcnsterland selbst Lukkullus Platt spricht &#8211; &#8222;l\u00e4rten und Drinken h\u00f6lt Lief und Si\u00e4le bineene!&#8220; -, gibt&#8217;s Deftiges aus Pfanne, Topf und Rauch. Der westf\u00e4lische Himmel h\u00e4ngt noch voller Schinken. Im Rauch \u00fcber dem Herdfeuer der Bauernh\u00e4user erhalten Schinken und W\u00fcrste ihre unvergleichliche W\u00fcrze. Probieren sollte man den M\u00fcnsterl\u00e4nder Eintopf mit Mettendchen, Dicke Bohnen mit Speck oder Gr\u00fcnkohl mit Birnen. Das Bauernfr\u00fchst\u00fcck l\u00e4\u00dft sich am besten abends verdr\u00fccken, dann kann man es gleich mit einem &#8222;K\u00f6rnchen&#8220; hinuntersp\u00fclen. Ein Kapitel westf\u00e4lische K\u00fcche f\u00fcr Fortgeschrittene gef\u00e4llig? Bitte sch\u00f6n, es ist angerichtet: M\u00f6ppkenbrot mit Apfelscheiben und Grieben. Man sieht, die Nachfahren der Ritter lieben es herzhaft. Na, dann guten Appetit und bis bald in fr\u00f6hlicher Runde bei dem Burggrafen von Stromberg!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stromberg ist Erholungsort, eingebettet in die Parklandschaft des M\u00fcnsterlandes, mit annerkantem Schonklima. 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